Dienstag, 30. August 2016

Dieses Interview mit NEURON führte ich im fernen Jahr 2005, kurz vor der damaligen Bundestagswahl für das Trust-Fanzine. Es wurde im Trust Nr. 115 veröffentlicht, welches auf der Trust-Homepage (Link siehe unten) immer noch nachbestellt werden kann.
Ich erinnere mich noch relativ gut an das Telefongespräch, obwohl seitdem immerhin 11 Jahre vergangen sind, die Band sandte mir damals als Dankeschön noch ein Shirt.
Nach dem Release des Debütalbums, das als Anlass für dieses Interview diente, war die Band nur noch sporadisch aktiv und hatte wohl immer Probleme, einen geeigneten Drummer zu finden, es wurde auch nur noch ein Coversong für den Disrupt-Tribute-Sampler, den ich auch weiter unten im Interview verlinkt habe, veröffentlicht.  Der letzte Eintrag auf der Homepage (Link siehe unten) stammt aus dem Jahr 2011, und ich glaube, seitdem ist die Band auch endgültig tot. Das Album finde ich übrigens auch heutzutage ziemlich gut. Dr. Oliver Fröhlich, der bei NEURON den Bass bediente, schreibt seit einigen Jahren übrigens für das OX-Fanzine, wenn er nicht gerade als Oberarzt tätig ist. Here we go:


NEURON aus Kiel sind eine neue Band am deutschen Krachhimmel. Schon als ich damals die Ankündigung ihres Labels Epistrophy las, wurde ich neugierig, deutschsprachiger Crust/ Grind, was mochte sich genaueres dahinter verbergen? Natürlich dachte ich direkt an Audio Kollaps, ihre Labelkollegen aus Hannover.
Als ich dann das Debutwerk „Gleichschritt“ zum ersten Mal hörte und die meist aus wenigen Schlagworten bestehenden Texte las, verstärkte sich dieser Eindruck noch. Sie als Plagiat zu bezeichnen, wäre aber dennoch sehr vermessen, denn erstens verfügt die Band über eine eigene Note und zweitens haben Neuron einfach verdammt starke Songs im Gepäck- den Anspruch, die Musikwelt zu erschüttern, gibt es seit Napalm Death`s „Scum“ in diesem Sektor der Musik sowieso nicht mehr. So kam es, dass eines Abends Gitarrist und Sänger Hendrik bei mir anklingelte.

Wer sind NEURON überhaupt ?

Wir sind zu viert, zwei Gitarristen, Owe und ich, ein Bassist, Olli, wobei alle drei singen, und ein Schlagzeuger, Sören. Der Gesang ist mehr oder weniger zu gleichen Teilen aufgeteilt. Es gibt sozusagen drei Frontleute, oder auch keinen, je nachdem wie man das sehen will.

Wie kam es zur Gründung von NEURON ?

Es fing damit an, dass die Vorgängerband von Neuron, Fleischwolf, mich als Sänger aufgenommen hat, sich dann jedoch aufgelöst hat, weil der Schlagzeuger ausgestiegen ist. Die restlichen drei haben sich dann überlegt, weiterzumachen, und haben sich einen neuen Schlagzeuger gesucht. Dieser neue Schlagzeuger, der Sören, hat das Ganze enorm stilistisch verändert. Das war dann metallischer Hardcore. Der Sören, hat das Ganze dann auf ein sehr hohes Geschwindigkeitslevel gebracht, was wir ursprünglich auch wollten. Dann kam der Crust / Grind / Death Metal- Einschlag mit rein. Da hatten wir sowieso Lust drauf, auf diese Art von Mucke. Seit 2001 spielen wir nun in dieser Besetzung richtig schnelle Musik.


Was sind eure musikalischen Einflüsse?

Die beiden anderen Saiteninstrumentalisten kommen mehr aus dem Punk / HC- Bereich, ich hingegen komme mehr aus dem Metal. Unser Schlagzeuger hört alles, wo ein guter Schlagzeuger zu vernehmen ist. Letztlich ist es so, dass es uns allen so geht, dass jeder mittlerweile alles hört, von Indie / Noiserock wie Shellac bis hin zu Death / Grind wie Misery Index. Wir sind also stilistisch, was unsere Hörgewohnheiten betrifft, absolut nicht festgelegt, und das betrifft auch das aktive Musikmachen.