Samstag, 26. November 2016

Hymns for a dying planet....

MARTYRDÖD haben mit ihrem neuen Album namens "List" den „perfekten“ Soundtrack zum derzeitigen Zustand unseres Planeten abgeliefert. Klassischer D-Beat Crust gepaart mit diesen melancholischen Melodien, wie sie nur MARTYRDÖD erzeugen können.


In einer Welt,in der die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird, was konkret bedeutet, dass nach wie vor jeden Tag Menschen an Hunger sterben, während andere durch Spekulationen auf Lebensmittel viel Geld verdienen.
In einer Welt, in der politischer und religiöser Fundamentalismus immer größer wird, in der der Hass immer weiter wächst.
Eine Welt, in der man das wichtigste politische Amt der Welt bekleiden kann, wenn man genügend Geld hat und die Menschen mit dümmlichen Parolen zum Stimmvieh degradiert.
Eine Welt,in der jedes Jahr Milliarden „Nutztiere“ gequält und ermordet werden und viele Menschen dies ganz normal finden.

Dienstag, 25. Oktober 2016

WASTE aus Göteborg sind eine wirklich coole, neue sXe-Hardcore-Band, die auch einiges zu sagen hat. Momentan gibt es diesbezüglich sowieso wieder etwas Bewegung in Schweden, ich denke da auch an DISAVOW, ebenfalls aus Göteborg, die auch ein sehr gutes Demo vorgelegt haben. Die Demos sind übrigens auf den jeweiligen Bandcamp-Seiten der Bands kostenlos herunterzuladen.
Hey, erzählt uns mehr über WASTE. Wer seid ihr, wie alt seid ihr, in welchen Bands habt ihr vorher gespielt ? Einige Leute von Euch spielten doch auch bei LOSE THE LIFE, warum hat sich diese Band aufgelöst ? LOSE THE LIFE waren ja auch Teil der "Drogen till döden"-Dokumentation über die schwedische Straight Edge-Community. Mochtet ihr den Film und wie kam die Zusammenarbeit zustande ?

Andrea: Mein Name ist Andrea, ich bin 27 Jahre alt und sang für LOSE THE LIFE, nachdem der erste Sänger Jaan aufgehört hatte. Filip und Ich spielten in LOSE THE LIFE, aber wir lösten die Band auf nachdem die anderen Mitglieder kein Interesse mehr an der Band hatten. Also überlegten wir, was wir als Nächstes in Angriff nehmen könnten. Allerdings gab und gibt es kein böses Blut zwische uns und den anderen ehemaligen Mitgliedern, wir sind immer noch befreundet.
Ich war Teil des "Drogen till döden"-Films, ich war und bin mit dem Macher des Films, Andreas, befreundet, und insofern fragte er mich einfach, ob ich mitmachen will und darüber reden will, wie ich Straight Edge wurde und was dies für mich bedeutet. Ich war sehr aufgeregt, Teil dieses Filmes zu werden und mag ihn nach wie vor sehr. Es ist einfach schön zu sehen, wieviele Freunde dort über ein Thema reden, das mir sehr am Herzen liegt.

John: Ich bin John und 20 Jahre alt. WASTE  für mich sowohl die erste Band als Drummer als auch  die erste Hardcore-Band, in der ich spiele. Ich habe Bass für CORRECTION (auch unbedingt anchecken-Anmerkung des Verfassers) auf einer Tour gespielt, davon abgesehen bin ich aber als aktiver Musiker ziemlich neu in der Hardcore-Szene.

Filip: Ich heiße Filip und ich bin 32 Jahre alt. Wie Andrea schon erwähnte, spielte ich mit ihr zusammen bei LOSE THE LIFE, vorher auch schon mit de anderen Mitgliedern Jaan, Jens und Jarkko.Wir (ich und Andrea) hatten bei LOSE THE LIFE einfach unterschiedliche Vorstellungen und Ziele als die anderen Bandmitglieder und insofern war es das Beste, die Band aufzulösen. Dann starteten wir WASTE.

Ich liebe den "Drogen till döden"-Film. Vor zehn Jahren hörte ich auf Alkohol zu trinken und hätte nie gedacht, in welch positiver Form diese Entscheidung mein Leben verändert hat. In diesem Film denke und fühle ich, bekommt man all die Anworten, warum man Straight Edge werden wollte bzw. immer noch sein will. Die Menschen fragen mich immer noch, warum ch nicht trinke, ich gebe dann meine Standardantworten.
In dem Film gibt es alle Antworten diesbezüglich zu hören. Ich hätte gerne, dass jeder, der mich fragt, warum ich nicht trinke, sich diesen Film anschaut. Vielleicht verstehen sie dann, warum ich mich für diesen Weg entschieden habe. Andreas hat echt einen grossartigen Job bei diesem Film abgeliefert !

Dienstag, 30. August 2016

Dieses Interview mit NEURON führte ich im fernen Jahr 2005, kurz vor der damaligen Bundestagswahl für das Trust-Fanzine. Es wurde im Trust Nr. 115 veröffentlicht, welches auf der Trust-Homepage (Link siehe unten) immer noch nachbestellt werden kann.
Ich erinnere mich noch relativ gut an das Telefongespräch, obwohl seitdem immerhin 11 Jahre vergangen sind, die Band sandte mir damals als Dankeschön noch ein Shirt.
Nach dem Release des Debütalbums, das als Anlass für dieses Interview diente, war die Band nur noch sporadisch aktiv und hatte wohl immer Probleme, einen geeigneten Drummer zu finden, es wurde auch nur noch ein Coversong für den Disrupt-Tribute-Sampler, den ich auch weiter unten im Interview verlinkt habe, veröffentlicht.  Der letzte Eintrag auf der Homepage (Link siehe unten) stammt aus dem Jahr 2011, und ich glaube, seitdem ist die Band auch endgültig tot. Das Album finde ich übrigens auch heutzutage ziemlich gut. Dr. Oliver Fröhlich, der bei NEURON den Bass bediente, schreibt seit einigen Jahren übrigens für das OX-Fanzine, wenn er nicht gerade als Oberarzt tätig ist. Here we go:


NEURON aus Kiel sind eine neue Band am deutschen Krachhimmel. Schon als ich damals die Ankündigung ihres Labels Epistrophy las, wurde ich neugierig, deutschsprachiger Crust/ Grind, was mochte sich genaueres dahinter verbergen? Natürlich dachte ich direkt an Audio Kollaps, ihre Labelkollegen aus Hannover.
Als ich dann das Debutwerk „Gleichschritt“ zum ersten Mal hörte und die meist aus wenigen Schlagworten bestehenden Texte las, verstärkte sich dieser Eindruck noch. Sie als Plagiat zu bezeichnen, wäre aber dennoch sehr vermessen, denn erstens verfügt die Band über eine eigene Note und zweitens haben Neuron einfach verdammt starke Songs im Gepäck- den Anspruch, die Musikwelt zu erschüttern, gibt es seit Napalm Death`s „Scum“ in diesem Sektor der Musik sowieso nicht mehr. So kam es, dass eines Abends Gitarrist und Sänger Hendrik bei mir anklingelte.

Wer sind NEURON überhaupt ?

Wir sind zu viert, zwei Gitarristen, Owe und ich, ein Bassist, Olli, wobei alle drei singen, und ein Schlagzeuger, Sören. Der Gesang ist mehr oder weniger zu gleichen Teilen aufgeteilt. Es gibt sozusagen drei Frontleute, oder auch keinen, je nachdem wie man das sehen will.

Wie kam es zur Gründung von NEURON ?

Es fing damit an, dass die Vorgängerband von Neuron, Fleischwolf, mich als Sänger aufgenommen hat, sich dann jedoch aufgelöst hat, weil der Schlagzeuger ausgestiegen ist. Die restlichen drei haben sich dann überlegt, weiterzumachen, und haben sich einen neuen Schlagzeuger gesucht. Dieser neue Schlagzeuger, der Sören, hat das Ganze enorm stilistisch verändert. Das war dann metallischer Hardcore. Der Sören, hat das Ganze dann auf ein sehr hohes Geschwindigkeitslevel gebracht, was wir ursprünglich auch wollten. Dann kam der Crust / Grind / Death Metal- Einschlag mit rein. Da hatten wir sowieso Lust drauf, auf diese Art von Mucke. Seit 2001 spielen wir nun in dieser Besetzung richtig schnelle Musik.


Was sind eure musikalischen Einflüsse?

Die beiden anderen Saiteninstrumentalisten kommen mehr aus dem Punk / HC- Bereich, ich hingegen komme mehr aus dem Metal. Unser Schlagzeuger hört alles, wo ein guter Schlagzeuger zu vernehmen ist. Letztlich ist es so, dass es uns allen so geht, dass jeder mittlerweile alles hört, von Indie / Noiserock wie Shellac bis hin zu Death / Grind wie Misery Index. Wir sind also stilistisch, was unsere Hörgewohnheiten betrifft, absolut nicht festgelegt, und das betrifft auch das aktive Musikmachen.

Mittwoch, 29. Juni 2016

„Wer auch immer ein einziges Leben rettet, der ist, als ob er die ganze Welt gerettet hätte”

 

Nun liegt endlich das lange versprochene Interview mit SCHLACHTUNG vor. Ich muss dazu sagen, dass ich die Band damals in der Demo-Ecke des Rock Hard entdeckte, und mir ihre grindig-crustigen Songs damals schon sehr gefielen, zusätzlich punktete die Band noch mir einer radikalen Animal Rights-Attitüde. Die neuen Songs sind aber nochmals eine Steigerung zum schon sehr guten Vorgänger, sie sind vielschichtiger, da hier auch verstärkt Elemente aus dem Black Metal eingeflossen sind. Zudem will ich nicht unerwähnt lassen, das mir selten so reflektierte Gesprächspartner im Musikbereich über den Weg gelaufen sind, es ist eines der interessantesten Interviews geworden, die ich bisher geführt habe. Aber lest nun selbst..



Hallo, stellt die Band doch mal kurz vor. Seit wann gibt's euch, warum habt ihr die Band gegründet ?

Micha: Moin Gerald! Zu SCHLACHTUNG gehören Chris (6-Saiten), Holger (4-Saiten), Moritz (Trommel) und ich, Micha (Worte). Ursprünglich kamen wir alle aus Paderborn und direkter Umgebung, allerdings hat sich das arbeitsbedingt etwas geändert, sodass wir nun im Dreieck Paderborn – Münster – Lemgo leben, was besonders im Hinblick auf Proben natürlich gewisse Kompromissbereitschaft voraussetzt. Klappt aber, wenn man es will!
Uns als Band gibt es tatsächlich schon seit nunmehr fast sieben Jahren. Irgendwann 2009 – so genau weiß ich das gar nicht mehr – begannen die ersten Jam-Sessions, nachdem Chris infolge des Dahinsiechens seiner alten Band angefangen hatte, kurze grindig-crustige Songs zu schreiben. Holger, der Grindcore á la Extreme Noise Terror und Napalm Death neben Whisky vermutlich schon als Säugling im Fläschchen hatte (wir sind uns ziemlich sicher!), und er kamen auf irgendeiner Veranstaltung ins Gespräch und mit Moritz am Schlagzeug fanden dann die ersten Proben statt – wohlgemerkt noch ohne mich. Die Band war, bevor ich dazu kam, rein musikalisch orientiert – getreu dem Motto: Es gibt drei Beats: Blastbeat, D-Beat, Doublebass.
Nebenbei liefen aber noch die „Hauptbands“ von allen, sodass diese Band zunächst nur ein Projekt war. Das blieb auch so, als ich zur Band dazustieß. Wir kannten uns alle bereits durch unsere alten bzw. anderen Bands, hatten hier und da schon mal mehr oder minder miteinander gespielt und irgendwann fragten sie mich, ob ich dort nicht singen wolle, ich dürfe auch sehr gerne meine Überzeugung in die Texte packen, um dem ganzen dadurch eine extremere Note zu geben. Und zack, hatten sie mich! Denn ganz genau das tat ich dann auch. Da mir die Themen, die ich raus- schreie so am Herzen liegen, war es klar für mich, die ganze Geschichte auf deutsch durchzuziehen und das wird auch so bleiben.


Soweit ich das beurteilen kann, spielt ihr auf einem technisch ganz guten Niveau, insofern denke ich schon, dass es da einige Vorgänger-Bands gab, oder ?

Micha: Danke! Da freuen sich die Instrumentalisten, haha. Du hast völlig recht mit deiner Vermutung. Ich sprach ja schon davon, dass SCHLACHTUNG am Anfang insbesondere nur ein Projekt neben den Hauptbands war.
Chris' alte Deathmetal-Band Hexenhammer hat sich nach einem Album selbst in den Permafrost-Schlaf geschickt, sodass er der einzige war, der neben seinem Studium nichts musikalisch laufen hatte. Das führte dazu, dass er für SCHLACHTUNG nun umso mehr Power hatte, zumal er hier musikalisch seine Vision voll verfolgen konnte.
Holger war um die Jahrtausendwende mit Greed (groovender Neo-Thrash) ziemlich gut im Rennen, hatte zur Gründungszeit von SCHLACHTUNG allerdings Greed schon zu Grabe getragen, aber nicht ohne mit einigen der Greed-Jungs das Thrashmetal-Kommando Gods Will Be Done zu gründen. Du siehst – obwohl Holger der totale Grind-Maniac ist, hatte er bis dato keine solche Band, was schlicht dazu führen musste, dass er seit Gründung von SCHLACHTUNG mit vollem Herzblut dabei ist.
Moritz hat seine musikalischen Wurzeln im Hardcore und trommelte zunächst bei Intruder, später dann bei Steve Austin (Link zum kostenlosen Download der Discography bei Yakuzzi Tapes ist unten aufgeführt, lohnt sich !), welche für ihn wohl wohl die Brücke vom Hardcore zum Metal bildeten, wobei er zu der Zeit ohnehin schon viel Metalgeballer hörte. Ich glaube, Steve Austin war aber schon recht tot, als SCHLACHTUNG gegründet wurde. Im Jahr 2009 war Moritz dann mit Bloodwork (Melodic Death Metal) ziemlich erfolgreich auf den großen Festivals und in den Clubs in Deutschland und den angrenzenden Ländern unterwegs. SCHLACHTUNG war für ihn ein wichtiger Ausgleich neben den im Vergleich gemäßigteren Bloodwork, weshalb auch er Feuer und Flamme für dieses Projekt war, weil er endlich hemmungslos blasten konnte.
Ich habe zu der Zeit bei Despised gesungen, meiner Death Metal-Band, die ich 2003 mitbegründet hatte. Später, 2011, stieg ich dann auch als fester Sänger bei Bloodwork mit ein. Zu der Zeit, als wir SCHLACHTUNG formierten, war das aber noch nicht abzusehen.
Tja, und wie ich schon gesagt habe: ich war sehr motiviert, als mir klar wurde, dass ich meine Überzeugung in extremer Musik, irgendwo zwischen Death, Black und Grind, ausdrücken konnte.
Du merkst also – wir vier waren alle individuell extrem motiviert und mussten nur schauen wie wir  SCHLACHTUNG neben Job, Studium, Familie und anderen Bands gerecht werden konnten.

Samstag, 11. Juni 2016

Hier nun ein Interview mit Seb, dem Sänger der geilen MIND TRAP.
Seb war früher auch bei HIGHSCORE und danach bei SHORT FUSE, beides auch sehr gute Bands, zweitere haben vor kurzem noch einen Abschieds-Release veröffentlicht, ein paar letzte Gigs soll es auch noch geben, aber dazu mehr im Interview. Seb entpuppte sich als netter und reflektierter Gesprächspartner, dessen Ansichten ich grösstenteils teile. Lustig ist, dass wir vor etlichen Jahren mit unserer lokalen, längst nicht mehr existenten Konzertgruppe mal angedacht hatten, SHORT FUSE  zu veranstalten, was dann aber doch wieder verworfen wurde. So schliesst sich der Kreis. Aber lest selbst....


Hallo Seb, erzähl uns doch mehr über MIND TRAP-wann gründete sich die Band, aus welchen Beweggründen erfolgte die Gründung ? Wie sieht es mit Konzerten in nächster Zeit aus und wie waren die vergangenen ?

Na ja, die Idee für die Band ist in einer schlaflosen Nacht entstanden, in der auch die meisten der 'kitschigen' Demo-Texte entstanden. Es musste endlich mal eine Vegan Straight Edge - Band her ,haha !
Das war wohl so 2011/12 (?), und zu dem Zeitpunkt habe ich schon ein paar Jahre in Berlin gelebt und meine alte Band, Short Fuse, die eher in der Münsteraner Gegend angesiedelt war, lag schon länger auf Eis.
Es war von Anfang an klar, dass Wolfi Schlagzeug spielen sollte, und Jobst (der mittlerweile die Band wieder verlassen hat) auch dabei sein sollte. Problem war jemanden zu finden, der/die einen bestimmten Musikgeschmack und HC-Verständnis teilt und dann auch noch den Songschreiber - Part übernehmen könnte.

Victor, den ich über ein paar gemeinsame Freunde in Barcelona kennengelernt habe, war dann einfach das perfekte Match. Problem ist nur, dass er, und jetzt auch unser neue Bassist, in Moskau zuhause sind. Dadurch ist die Band recht 'langsam' und auch das live zusammenkommen um Shows zu spielen ist verdammt umständlich. 2013 ging's dann aber doch mit dem Demo los und wir haben es tatsächlich geschafft bis jetzt ein paar coole Shows zu spielen und sogar zu touren.


Da ich ja gerade Dich als Interviewpartner habe- warum lösten sich damals HIGHSCORE auf, was führte dann zu SHORT FUSE und dann wiederum zu MIND TRAP ? Welche guten und schlechten Erfahrungen hast Du mit beiden Bands gemacht, wie denkst Du an diese Zeiten zurück ?

Oh man, das könnten Romane werden, haha ! Mit zwei von den HIGHSCORE -Leuten (Matthias und Volker) bin ich schon zur Schule gegangen. Wir haben schon schon in den 80ern zusammen abgehangen und sind auch mehr oder weniger als so 'ne art 'peer group' gemeinsam zu Punk/Hc gekommen. Es gab von Anfang an schon irgendwelche Bands, zuerst wurden irgendwelche Sex Pistols-Sachen nachgespielt, später die Lieblings-NYC-HC Songs gecovert. Irgendwie ist da aber nie etwas draus geworden, bis sich dann fast ein Jahrzehnt später alle wieder in Münster getroffen haben und 1997 HIGHSCORE gegründet wurde. Jobst kannten wir schon von Shows, seinen Bands und seiner aktiven Zeit im Juzi-Göttingen. Der hat sich uns quasi aufgedrängt, daher die zweite Gitarre bei Higscore, haha. Den Bassisten Matze kannten wir nur vom Sehen, unter anderen von Konzerten, aber hauptsächlich weil der uns immer wieder im SSD-Sweater oder Infest -Shirt entgegengeskatet kam und so war klar, dass der Typ in die Band musste, der andere Matthias hat ihn dann rekrutiert. Ich glaube, dass wir ihm eher den ruppigere Fastcore-Anteil der Band zu verdanken haben. Der Rest stand damals eher auf Gorilla Buisits und Uniform Choice.

Highscore gab's dann auch sieben Jahre. Wir haben in den ersten vier Jahren gefühlt jedes Wochenende gespielt und meine Urlaube gingen komplett für's Touren drauf. Die Leute waren zum grössten Teil schon vor der Band meine Freunde und sind es immer noch. Musikalisch irgendwann ein Kompromiss, weil ich persönlich keinen Plan vom Songwriting habe und unsere Geschmäcker sich irgendwann etwas auseinander entwickelt haben. Irgendwann war dann die Luft endgültig raus und so gegen 2003 ist damals die Idee zu Short Fuse entstanden. Die Idee war, etwas roheren, dreckigen Hc-Punk ala frühe DC Sachen wie Youth Brigade und Iron Cross zu spielen. Es ging los als Zwei-Mann - Projekt mit Robin (Surf Nazis Must Die, Now Denial, Dean Dirg...), der drei Song für's erste Demo komplett selbst eingespielt hat. Ich hab dann drüber gesungen und damit sind wir dann auf die Suche nach Bandmitgliedern gegangen. 2004 lösten sich HIGHSCORE auf und SHORT FUSE hatte ein erstes Line-up (ohne Robin ) mit dem wir ein richtiges Demo aufgenommen haben und auch live spielen konnten. Nachdem wir 2007 in den USA getourt sind, gab es einen ersten Line-up Wechsel und Matthias hat dann den Gitarren-Part übernomme. Mit dem Typen im Boot wurde die Band vom Charakter her endlich zu dem was ich mir ursprünglich vorgestellt habe. Das lief dann so 'ne Weile, auch wenn die Band kaum jemand interessiert hatte. Als Acki dann aufhörte und Tim die 'Burnout' LP mit einspielte, hatten wir auch einen Tonträger draussen, mit dem wir absolut zufrieden waren. Wie bereits geschrieben, habe ich kurz darauf Münster den Rücken gekehrt und es ging nach Berlin. Wir haben uns vor kurzem aber doch noch aufgerauft um ein paar 'neue' Songs aufzunehmen, werden aber im Juli mit drei letzten Shows das endgültige Ende von SHORT FUSE besiegeln.

Sonntag, 22. Mai 2016

Zur Premiere ein Interview mit TRIBÜNAL, die schon seit einigen Jahren ziemlich guten D-Beat Crust fabrizieren, das Ganze unter dem Motto "meat-free, god-free, drug-free." Dabei erweist sich der Protagonist S. als kluger, reflektierter Kopf, der einiges zu sagen hat. Aber lest am besten
selbst...


Hallo, erzähle uns doch mehr über TRIBÜNAL ! Wie kam es zur Gründung, bzw. was waren die auschlaggebenden Gründe ? War TRIBÜNAL von vornherein als Ein-Mann-Band geplant, oder war es nur aus der Notwendigkeit heraus geboren, weil Du eben keine anderen passenden Mitmusiker finden konntest?
 
Hi Gerald, erstmal vielen Dank für die Interviewanfrage. Die Geschichte zu TRIBÜNAL ist ziemlich banal. Ich lag mit Grippe zuhause und hörte mich durch stapelweise Crust und D-Beat-Alben. Nach zwei, drei Tagen ging es mir gesundheitlich wieder besser, aber mein Kopf war so voller musikalischer Ideen, dass ich an einem Nachmittag die „FTW“-EP schrieb und aufnahm. Kurz zuvor hatte ich mit Henning die erste Iron & Stone EP in meinem „Home Studio“ aufgenommen, sodass ich mit Equipment und Workflow ganz gut vertraut war. Das größte Problem war tatsächlich, den typischen D-Beat-Swing in die programmierten Drums zu bekommen, hahaha. Und das ich selber singen musste. Mittlerweile klappt beides ganz gut.

Die Ein-Mann-Band-Situation ist schon bewusst gewählt. Ich hatte einfach keine Lust, in irgendeiner Form Kompromisse einzugehen. Das gleiche gilt auch für mein PTRKLPPL-Material. Und allein bin ich in der Lage, sehr schnell zu arbeiten. Das ist wirklich komfortabel. Parallel zu TRIBÜNAL spiele ich aber auch noch in einer richtigen Band (Iron & Stone) und arbeite an Projekten mit anderen Musikern (Cerberus).

 

Wie verlief deine musikalische Sozialisation ? Und was hörst du heute so, bzw. was waren /sind deine Einflüsse für TRIBÜNAL ? Welche Alben haben Dich zuletzt begeistert, was sind Deine All-Time-Faves ? Hast Du schon das neue Discharge-Album gehört ? Und was denkst Du über die letzte Platte von Extreme Noise Terror ?

Richtig gefunkt hat es bei mir Anfang der 90er beim damaligen Death-Metal. Das ist auch die Musik, die ich immer noch über alles liebe. Völlig nostalgisch verklärt, rosarote Brille, das volle Programm. Meine ersten Alben damals waren Obituarys „Cause Of Death“, Napalm Deaths „Utopia Banished“ und Entombeds „Clandestine“. Allesamt absolute Meilensteine, die ich immer noch gerne höre. Und meine Liebe für den damaligen Stockholm-Sound wird man auch im neuen TRIBÜNAL Material wiederfinden.

Black Metal hat mich damals auch ziemlich fasziniert, zumal man ja im Gegensatz zu heute nur sehr schlecht an Infos über die Bands kam. Das hatte eine sehr intensive Atmosphäre, jede neue Platte, die man aufgetan hat, wurde genauestens seziert und analysiert. Mit der heutigen Allverfügbarkeit an Information ist diese mystische Aura natürlich verlorengegangen.

Punk und Hardcore waren zu Beginn für mich einfach weitere Facetten der „harten“ Musik, aber erst Mitte der 90er bin ich durch Earth Crisis, Path Of Resistance, Strife und den ganzen Victory-Records Rummel so richtig damit in Berührung gekommen. Lost & Found und Green Hell Preislisten „durcharbeiten“ usw. Was die „Ideologie“ angeht, war das sicherlich die prägendste Zeit. DIY, Vegetarismus/Veganismus, Straight Edge. Wieviel Punk in dem alten Death-Metal steckte, war mir damals nicht bewusst. Wenn ich heute die alten Schweden- oder Briten-Bands höre, ist es mir völlig schleierhaft, wie ich das überhören konnte.

TRIBÜNAL war zu Beginn als traditionelle D-Beat-Band geplant. Discharge Schablone, zwei Riffs pro Songs, ein Beat. Nach und nach schlichen sich aber immer mehr Death-Metal-Einflüsse ein und bei dem Material, an dem ich gerade sitze, ist der Death-Metal Anteil sehr dominant.

Ich habe weder die neue ENT noch die neue Discharge gehört. Meine Erwartungen sind aber auch minimal.


Freitag, 6. Mai 2016

for every life for liberation / we're dedicated to bringing freedom for all enslaved / tear the blindfold from over your eyes / forget all that you thought you once knew / after 10, 000 years of telling lies / dedicated to spreading the truth / taking pride in this path that we tread / in defense of the earth / speaking out so the words of the voiceless can finally be heard / now's the time to take action for freedom / and justice deserved / fight for life / take a stand / for truth and compassion / there's no time to wait for change / show dedication / through your words and your actions / together we can end their suffering / total liberation / smash hierarchy / don't buy into authority / strive for sustainability / resources are running out / discontent because we're not free / oppressors act out of greed / compassion and equality / are both necessary / reject the myths we were taught to believe / it's time to deprogram ourselves / question stereotypes and traditions / follow no gods, no masters / look at the root of racism, sexism, speciesism / and you'll see, it's all been fabricated to keep us apart / break down / the barriers / that enslave us all